Sobald der Kaffee durchläuft, stelle beide Füße spürbar auf den Boden, atme drei ruhige Züge ein und aus, bemerke den Duft, ohne ihn zu bewerten. Lasse die Schultern leicht sinken. Danach formuliere leise, worauf du heute achten möchtest, gern in sieben Worten. Dieser Mikromoment gehört dir, während die Maschine arbeitet. Er kostet keine zusätzliche Zeit und hebt trotzdem die innere Temperatur in Richtung Zugewandtheit.
Während du putzt, lasse die Aufmerksamkeit sanft zwischen Empfindungen wandern: Borsten, Wasser, Geräusch, Temperatur, Kiefer. Kein Extra‑Programm, nur ein neugieriges, unangestrengtes Registrieren. Wenn Gedanken kommen, ist das völlig normal; bemerke, lächle innen, kehre zum nächsten Sinneseindruck zurück. Zwei Minuten täglich ergeben ein solides Mini‑Training für Präsenz, ohne irgendeinen Termin zu blockieren. Du nutzt das, was längst geschieht, einfach bewusster.
Lege einen Stift neben deine Tasse und schreibe, sobald sie steht, genau einen Satz in ein kleines Notizheft: Wofür bist du dankbar, oder was möchtest du heute milde üben. Ein Satz reicht. Die physische Nähe des Stifts erinnert dich automatisch. Nach zwei Wochen entsteht eine zarte, aber berührende Spur. Beim Zurückblättern spürst du, wie kleine Worte erstaunlich zuverlässig Richtung und Wärme geben.
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